So rechnet der Einblasdämmung-Rechner
Bei der Einblasdämmung bläst ein Fachbetrieb losen Dämmstoff mit einer Maschine über einen Schlauch auf die Decke oder in einen Hohlraum. Der Rechner nimmt dafür Zellulose mit dem Bemessungswert λ 0,040 W/(m·K) und rechnet wie bei den anderen Bauteilen mit dem U-Wert der ganzen Decke:
U = 1 / (Rsi + Σ d/λ + Rse)
- Übergangswiderstände: 0,10 m²·K/W oben und unten, wie bei jeder Decke unter einem unbeheizten Dachboden (DIN EN ISO 6946).
- Restaufbau: Für eine massive, ungedämmte Decke gilt der amtliche Pauschal-U-Wert 2,1 W/(m²·K) aus der Bekanntmachung vom 08.10.2020.
- Vorhandene Dämmung: Ältere Einblasdämmung oder Naturdämmstoffe setzt der Rechner mit λ 0,050 an, alte Mineralwolle mit 0,045. Liegt schon etwas, wird die neue Schicht entsprechend dünner.
- Bemessungswert: Auch bei Zellulose zählt für deutsche Nachweise der Bemessungswert λB. Er liegt oft etwas über dem Nennwert λD auf dem Sack.
- WLS/WLG: Ein Wert von 0,040 entspricht WLS 040. Zum Vergleich: Klemmfilz WLS 035 kommt mit etwas weniger Dicke aus.
Wie der Preis entsteht
Anders als bei Rollen und Platten zeigt der Rechner hier keinen Baumarktpreis, sondern einen typischen Preis inklusive Einblasen. Grundlage ist eine Kostenübersicht von 2026: 20–40 €/m² für offen aufgeblasene Zellulose auf dem Dachboden, bezogen auf eine typische Dicke von 22 cm. Der Rechner rechnet den Preis anteilig auf Ihre Dicke um, das sind rund 0,91 € bis 1,82 € je m² und Zentimeter. Verschnitt fällt beim Einblasen nicht an, deshalb gilt der Preis für die reine Deckenfläche.
Rechenbeispiel: 100 m² Dachboden
| Ausgangslage | Ziel | Dämmdicke | Kosten inkl. Einbau | U danach |
|---|---|---|---|---|
| ungedämmt (U 2,10) | GModG/GEG, U ≤ 0,24 | 15 cm | 1.342 € – 2.684 € | 0,24 |
| ungedämmt (U 2,10) | BEG, U ≤ 0,14 | 27 cm | 2.424 € – 4.848 € | 0,14 |
| 6 cm Schlackenschüttung (U 1,26) | BEG, U ≤ 0,14 | 25 cm | 2.309 € – 4.619 € | 0,14 |
Und für einen kleineren Dachboden mit 80 m², auf dem schon 8 cm alte Mineralwolle liegen (U 0,44): Für das Förderziel U 0,14 reichen 20 cm Zellulose für 1.422 € bis 2.844 €. Der Rechner zeigt dazu einen Warnhinweis zur alten Mineralwolle.
Die Spanne ist breit, der tatsächliche Preis hängt vom Betrieb und von Ihrem Dachboden ab. Holen Sie zwei bis drei Angebote ein und vergleichen Sie die angebotene Dicke, nicht nur den Preis pro m².
Offen aufgeblasen oder in den Hohlraum?
- Offen aufgeblasen: Der Dämmstoff wird als lose Schicht auf die oberste Geschossdecke geblasen. Das geht schnell, und Ecken, Balken und Leitungen werden lückenlos eingehüllt. Begehbar ist die Fläche danach nicht. Wer zur Luke oder zur Technik muss, braucht vorher einen Laufsteg. Diese Variante bildet der Rechner ab.
- Hohlraum: In Holzbalkendecken, Dachschrägen oder zweischaligem Mauerwerk wird der Dämmstoff durch Bohrlöcher in einen geschlossenen Hohlraum geblasen. Hier bestimmt der Hohlraum die Dicke. Ist sie technisch begrenzt, genügt nach Anlage 7 GModG (ehemals GEG) die höchstmögliche Dicke mit λ 0,045 für Einblasdämmung. Für Dachschrägen nutzen Sie den Rechner für die Dachdämmung.
Darauf sollten Sie beim Fachbetrieb achten
- Dicke und Dichte im Angebot: Lassen Sie sich die Einbaudicke und die Einbaudichte nennen. Messstäbe auf der Fläche zeigen nach dem Einblasen, ob die Dicke stimmt.
- Setzung: Wird zu locker eingeblasen, sackt die Schicht mit der Zeit zusammen und dämmt schlechter. Der Rechner gibt die Dicke an, die dauerhaft liegen muss.
- Ränder und Luke: Am Rand zur Traufe und rund um die Bodenluke braucht es eine Begrenzung, damit kein Dämmstoff verrutscht. Die Luke selbst sollte gedämmt und abgedichtet werden.
- Holzbalkendecken: Prüfen Sie vorher, ob die Decke unten luftdicht ist. Sonst kann feuchte Raumluft in die Dämmung ziehen.
- Förderung: Für den BAFA-Zuschuss muss die Decke danach U ≤ 0,14 erreichen. Klären Sie die Förderbedingungen, bevor Sie den Auftrag erteilen. Alle Werte finden Sie unter GEG- und BEG-Anforderungen.
Alte Mineralwolle auf dem Dachboden
Liegt alte Mineralwolle aus der Zeit vor 1996 auf der Decke, sollten Sie sie nicht selbst entfernen. Für den Rückbau gilt die TRGS 521. Oft ist es einfacher, sie liegen zu lassen und neue Dämmung darüber zu blasen. Bei Asbestverdacht, etwa bei alten Platten oder Pappen, gilt die TRGS 519, auch für Privatleute.
Wenn Sie lieber selbst Rollen oder Platten verlegen, nutzen Sie den Rechner für die oberste Geschossdecke. Wie dick Zellulose im Vergleich zu anderen Dämmstoffen sein muss, zeigt die Tabelle unter Dämmstärke berechnen.
Quellen
- GREENOX – Einblasdämmung: Kosten, Förderung & Materialvergleich (04/2026)
- Verbraucherzentrale – Wärmedämmung richtig anpacken (Stand 28.09.2026)
- GModG (ehem. GEG) Anlage 7 – Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten
- § 35 GModG – Nachrüstpflicht oberste Geschossdecke
- Förderrichtlinie BEG EM vom 17. Juli 2026
- Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme im Wohngebäudebestand (08.10.2020) – Pauschal-U-Werte