So rechnet der Kellerdecken-Rechner
Die Kellerdecke trennt die warmen Wohnräume vom unbeheizten Keller. Von unten gedämmt, wird der Fußboden im Erdgeschoss spürbar weniger fußkalt. Die Platten werden einfach an die Decke geklebt oder gedübelt, deshalb ist das eine typische Arbeit für Heimwerker.
Der Rechner ermittelt den U-Wert der ganzen Decke:
U = 1 / (Rsi + Σ d/λ + Rse)
- Übergangswiderstände: Weil die Wärme nach unten strömt, setzt der Rechner auf beiden Seiten 0,17 m²·K/W an (DIN EN ISO 6946).
- Restaufbau: Für eine ungedämmte Stahlbetondecke nimmt der Rechner den amtlichen Pauschal-U-Wert von 1,6 W/(m²·K) aus der Bekanntmachung vom 08.10.2020. Decke, Estrich und Übergangswiderstände bringen damit R 0,63. Für U 0,30 braucht die Dämmung also mindestens R 2,71, für U 0,25 R 3,38.
- Ihr eigener Wert: Kennen Sie den U-Wert der Decke, wählen Sie „Ich kenne den U-Wert“. Eine Holzbalkendecke über dem Keller verhält sich anders als eine Betondecke.
- Wärmeleitfähigkeit: EPS und Mineralwolle mit WLS 035 bzw. WLG 035 haben λ = 0,035 W/(m·K), PUR-Elemente mit WLS 027 nur 0,027. Je kleiner der Wert, desto dünner die Platte. Wo Hersteller einen Bemessungswert λB angeben, zählt dieser.
Rechenbeispiel: 70 m² Kellerdecke
Eine ungedämmte Betondecke (U 1,60) mit 70 m², 10 % Verschnitt (77 m²):
| Ziel | Dämmplatte | Dicke | Einkaufen | Materialkosten | U danach |
|---|---|---|---|---|---|
| GModG/GEG, U ≤ 0,30 | EPS 035 | 10 cm | 31 Pakete | 2.014 € | 0,29 |
| GModG/GEG, U ≤ 0,30 | Mineralwolle WLG 035, nicht brennbar | 10 cm | 28 Pakete | 2.575 € – 2.693 € | 0,29 |
| GModG und BEG | PUR WLS 027 | 10 cm | 25 Pakete | 2.737 € | 0,23 |
| BEG, U ≤ 0,25 | EPS 035 | 2 × 8 cm | 52 Pakete | 2.340 € | 0,19 |
| BEG, U ≤ 0,25 | Mineralwolle WLG 035 | 2 × 10 cm | 56 Pakete | 5.149 € – 5.387 € | 0,16 |
Für das Förderziel rechnet der Rechner bei EPS mit zwei Lagen, weil für diese Platten nur 8 und 10 cm hinterlegt sind. Rechnerisch reichen 3,38 × 0,035 = 11,8 cm. Bekommen Sie 12 cm dicke Platten, genügt eine Lage. Am bequemsten ist hier PUR: Eine Lage mit 10 cm erfüllt beide Ziele und kostet weniger Raumhöhe.
Laut Verbraucherzentrale kostet die Kellerdeckendämmung mit Handwerker etwa 60 bis 100 € pro m², das Material allein 30 bis 70 €/m².
Raumhöhe, Leitungen und Befestigung
- Raumhöhe messen: Jeder Zentimeter Dämmung geht von der Kellerhöhe ab. Prüfen Sie, ob Türen, Kellerfenster und Durchgänge noch frei bleiben.
- Leitungen: Wasser-, Heizungs- und Stromleitungen an der Decke müssen Sie umgehen. Schneiden Sie die Platten passend aus oder lassen Sie Leitungen vorher versetzen. Platten mit Nut und Feder oder gefaster Kante ergeben eine saubere Fläche.
- Kleben oder dübeln: Auf einer ebenen, sauberen und tragfähigen Decke reicht meist Kleber. Bei unebenen, gestrichenen oder sandenden Untergründen kommen zusätzlich oder stattdessen Tellerdübel zum Einsatz. Prüfen Sie die Haftung vorher an einer kleinen Stelle.
- Brandschutz: In Fluchtwegen, etwa im Kellerflur oder Treppenraum eines Mehrfamilienhauses, und in Heizräumen können nicht brennbare Dämmstoffe vorgeschrieben sein. Mineralwolle-Platten sind nicht brennbar. Klären Sie das im Zweifel mit Ihrer Hausverwaltung oder dem Fachbetrieb.
- Feuchte Keller: Ist der Keller feucht, beheben Sie zuerst die Ursache. Dämmung auf nassen Decken haftet schlecht und kann schimmeln.
- Ränder: An den Außenwänden entsteht eine Wärmebrücke. Ein Dämmstreifen, der ein Stück die Wand hinunterläuft, verringert sie.
Alte Bauteile im Keller
In älteren Kellern finden sich manchmal Holzwolle-Leichtbauplatten an der Decke. Sie dämmen kaum: Der Rechner setzt dafür λ 0,09 an. Bei alten Platten, Klebern oder Spachtelmassen kann Asbest enthalten sein. Dann gilt die TRGS 519, auch für Privatleute: nicht bohren, schleifen oder abreißen, sondern einen Fachbetrieb beauftragen. Alte Mineralwolle aus der Zeit vor 1996 fällt unter die TRGS 521.
Pflicht und Förderung
Eine Nachrüstpflicht für Kellerdecken gibt es nicht. Wer dämmt, muss aber nach Anlage 7 GModG (ehemals GEG) danach U ≤ 0,30 W/(m²·K) erreichen. Ist die Dicke technisch begrenzt, etwa durch die Raumhöhe, genügt die höchstmögliche Dicke mit λ 0,035. Für die BAFA-Förderung (BEG EM) sind U ≤ 0,25 nötig. Die Grundförderung beträgt 15 %. Alle Werte stehen unter GEG- und BEG-Anforderungen.
Welche Dicke jeder Dämmstoff für einen bestimmten R-Wert braucht, zeigt die Tabelle unter Dämmstärke berechnen. Für das obere Ende des Hauses gibt es den Rechner für die oberste Geschossdecke, und mit dem U-Wert-Rechner rechnen Sie eigene Aufbauten nach.
Quellen
- GModG (ehem. GEG) Anlage 7 – Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten
- Förderrichtlinie BEG EM vom 17. Juli 2026
- Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme im Wohngebäudebestand (08.10.2020) – Pauschal-U-Werte
- BBSR / Universität Kassel – Altbauatlas (Baustoffe im Bestand)
- OBI – Kellerdecken-Dämmplatten (EPS, Mineralwolle, PUR)
- Wärmeübergangswiderstände nach DIN EN ISO 6946 (Übersicht)
- Verbraucherzentrale – Wärmedämmung richtig anpacken (Stand 28.09.2026)