So lesen Sie die Tabelle
Jede Dämmschicht hat einen Wärmedurchlasswiderstand R. Er hängt nur von Dicke und Wärmeleitfähigkeit ab:
R = d / λ und umgekehrt d = R × λ
Die Tabelle oben rechnet das für die Dämmstoffe im Rechner aus. In der ersten Spalte steht der R-Wert der Dämmschicht in m²·K/W, darunter der U-Wert, den diese Schicht allein hätte (U ≈ 1/R). Der U-Wert des ganzen Bauteils ist besser, weil Mauerwerk oder Decke und die Wärmeübergangswiderstände Rsi und Rse hinzukommen.
- Glaswolle und Steinwolle mit WLS 035 brauchen gleich viel Dicke. Steinwolle ist nicht brennbar, im Baumarkt aber teurer.
- Holzfaser steht mit dem Bemessungswert λB 0,038 in der Tabelle und braucht deshalb etwas mehr Dicke.
- EPS mit λ 0,040 sind die begehbaren Dachboden-Elemente, EPS 035 und 032 die Fassaden- und Kellerdeckenplatten.
- PUR mit WLS 027 ist am dünnsten: R 4,0 erreicht es mit 11 cm statt 14 cm bei WLS 035.
- Zellulose wird mit λ 0,040 gerechnet und vom Fachbetrieb eingeblasen.
Welchen R-Wert braucht Ihr Bauteil?
In Deutschland gibt das GModG (ehemals GEG) keinen R-Wert vor, sondern einen U-Wert für das ganze Bauteil. Der Rechner zieht vom Grenzwert ab, was Bauteil und Übergangswiderstände schon leisten. Für ungedämmte Bauteile mit den amtlichen Pauschal-U-Werten ergibt sich:
| Bauteil (U ungedämmt) | Pflicht GModG | rechnerisch mit WLS 035 | Förderung BEG | rechnerisch mit WLS 035 |
|---|---|---|---|---|
| Oberste Geschossdecke, massiv (2,1) | R 3,69 für U 0,24 | 12,9 cm | R 6,67 für U 0,14 | 23,3 cm |
| Außenwand, Mauerwerk (1,4) | R 3,45 für U 0,24 | 12,1 cm | R 4,29 für U 0,20 | 15,0 cm |
| Kellerdecke, Beton (1,6) | R 2,71 für U 0,30 | 9,5 cm | R 3,38 für U 0,25 | 11,8 cm |
Bei der Dachschräge kommt der Holzanteil der Sparren hinzu. Für U 0,24 braucht die Dämmebene einen wirksamen R-Wert von 3,92. Mit 11 % Holzanteil sind dafür 18 cm Klemmfilz WLS 035 zwischen den Sparren nötig. Die Tabelle allein reicht hier nicht, nutzen Sie den Rechner für die Dachdämmung.
Rechenbeispiel: 80 m² Dachboden mit verschiedenen Dämmstoffen
Eine ungedämmte massive oberste Geschossdecke mit 80 m², Ziel U 0,24 nach GModG, 10 % Verschnitt. Rechnerisch reichen 12,9 cm WLS 035, doch gekauft wird, was es gibt:
| Dämmstoff | Dicke | Einkaufen | Kosten | U danach |
|---|---|---|---|---|
| Glaswolle-Klemmfilz WLS 035 | 16 cm | 21 Rollen | 1.023 € – 1.128 € | 0,20 |
| Steinwolle-Klemmfilz WLS 035 | 16 cm | 30 Rollen | 1.754 € – 1.934 € | 0,20 |
| Holzfaser-Dämmmatte (λB 0,038) | 16 cm | 42 Pakete | 1.500 € | 0,21 |
| Begehbares Dachboden-Element (EPS 040) | 16 cm | 176 Platten | 3.518 € | 0,23 |
| Zellulose, eingeblasen vom Fachbetrieb | 15 cm | – | 1.074 € – 2.147 € inkl. Einbau | 0,24 |
Für das Förderziel U 0,14 wird die Rechnung noch deutlicher: Mit Klemmfilz WLS 035 wählt der Rechner zwei Lagen à 12 cm (34 Rollen, 1.508 € bis 1.704 €). Mit WLS 032 sind es 14 + 10 cm, ebenfalls 24 cm, aber 46 Rollen für 2.376 € bis 2.854 €. Der bessere Dämmstoff spart hier keinen Zentimeter, weil die Handelsdicken nicht passen.
WLS, WLG und Bemessungswert
- Wärmeleitgruppe (WLG): die ältere Angabe in Schritten von 0,005, etwa WLG 035 oder WLG 040.
- Wärmeleitstufe (WLS): die neuere, feiner abgestufte Angabe in Schritten von 0,001, etwa WLS 032. Die Zahl ist in beiden Fällen λ in Tausendstel W/(m·K).
- Bemessungswert λB: Für den Nachweis in Deutschland zählt der Bemessungswert. Er kann über dem Nennwert λD liegen, den viele Hersteller groß auf die Verpackung drucken. Holzfaser mit λD 0,036 hat zum Beispiel λB 0,038.
- Alte Dämmung: Ist die Wärmeleitfähigkeit vorhandener Dämmung unbekannt, rechnet der Rechner mit Erfahrungswerten, zum Beispiel λ 0,045 für alte Mineralwolle aus der Zeit vor 1996.
Typische Fehler beim Dämmstärke berechnen
- Mit dem Nennwert rechnen: Wer λD statt λB einsetzt, plant zu dünn.
- Holzanteil vergessen: Zwischen Sparren und Balken dämmt das Holz schlechter als der Dämmstoff.
- Dämmung zusammendrücken: Eine Matte, die unter einem Laufsteg zusammengepresst wird, verliert an Dicke und damit an R-Wert.
- Nur die Dämmschicht ansehen: Der Grenzwert gilt für den U-Wert des ganzen Bauteils. Den rechnen Sie mit dem U-Wert-Rechner nach.
Die Grenzwerte im Überblick finden Sie unter GEG- und BEG-Anforderungen. Für konkrete Mengen nutzen Sie den Dämmungsrechner oder die Rechner für oberste Geschossdecke, Außenwand und Kellerdecke.
Quellen
- sanier.de – Wärmeleitfähigkeitsgruppen und -stufen
- STEICO – STEICOflex 036 Lieferformen
- § 37 GModG – Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten
- GModG (ehem. GEG) Anlage 7 – Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten
- Förderrichtlinie BEG EM vom 17. Juli 2026
- Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme im Wohngebäudebestand (08.10.2020) – Pauschal-U-Werte
- OBI – Klemmfilz (Preise, Paketinhalte)
- OBI – Rockwool Klemmrock WLG 035